15. Februar 2011 | 23:48 | Flimmerkiste, Gutes Fernsehen | Keine Kommentare
Revolution im ZDF

Das war in doppelter Hinsicht überraschend, was das ZDF da am Dienstagabend zur besten Sendezeit ausstrahlte: Kurzfristig wurde zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr mit “Was nun, Nahost?” eine neue Form der Sondersendung ins Programm genommen, die sich mit den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten beschäftigte. Chefredakteur Peter Frey, der bereits bei seinem Amtsantritt ankündigte, ein sichtbarer Chefredakteur sein zu wollen, begrüßte in Berlin vor Publikum Außenminister Westerwelle und weitere Gäste.
Und das war sogar richtig gut: Am Ende der Sendung fragte Frey etwa, ob es Westerwelle nicht peinlich sei, Bilder zu sehen, auf denen er gemeinsam mit Libyens Machthaber Gaddafi zu kommunizieren. Doch die Diskussionen im Berliner Zollernhof waren nur ein Teil des Konzepts der neuen Sendung: In modernen Einspielern wurde die Lage in Nahost eindrucksvoll auf den Punkt gebracht – und schließlich von zahlreichen live zugeschalteten ZDF-Korrespondenten analysiert und bewertet. Ein wenig erinnerte das übrigens an das, was ich noch vor wenigen Tagen an der Berichterstattung des US-Senders NBC so sehr gelobt hatte.

Nach den turbulenten Tagen in Ägypten scheint man beim ZDF endlich erkannt zu haben, worin die eigenen Stärken liegen. Wenn man schon derart viele Studios in aller Welt unterhält, darf man das ruhig auch auf dem Schirm zeigen. Genau das hat das ZDF mit “Was nun, Nahost?” auf beeindruckende Weise gemacht. Auch wenn die Quoten womöglich nicht überragend ausfallen werden: Diesen Weg sollte das ZDF beibehalten, denn er führt in die richtige Richtung. Insofern hat die Revolution im Nahen Osten sogar eine kleine Revolution auf dem Lerchenberg mit sich gebracht. Ein positiver Nebeneffekt…
